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Kath. Kirche
Mariä Himmelfahrt - Oberndorf

Die Kath. Kirche Mariä Himmelfahrt steht im Ortsteil Oberndorf

Die Kirche Mariä Himmelfahrt ist eine ehemalige Außenstelle des Klosters Prüfiening, denn
Oberndorf war seit 1119 Hofmark des Klosters Prüfening.
Die interessante Kirche mit ihren eigenartigen Anlagen wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut, wie die Stilformen erweisen. Der Turm kam erst in frühgotischer Zeit, am Ende des Jahrhunderts zur Vollendung. In nachgotischer Zeit, Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts erbaute man an Stelle der romanischen Apsis einen größeren Chor und die Sakristei. Veränderungen folgten in der Barockzeit. Besondersgut erhalten ist das gotische Altarund und das "Seelenhaus".

Die Kirche ist ein südlich orientierter einschiffiger Gewölbebau mit ausspringendem Nordturm. Die Sakristei liegt an der Ostseite des Chores. Der Chor ist kaum merklich eingezogen. Er hat zwei Joche und Schuss in drei Sechseckseiten. Das nördliche Joch hat Tonne mit Stichen, das südliche ungegliederte Tonne, im Schuss Kappengewölbe. Über dem Chorbogen die Jahreszahl 1748. Das Langhaus umfasst zwei Joche; Tonne mit Stichkappen. Alle Fenster rundbogig, aus der Barockzeit.
Der Chor hat Schrägsockel. Am Chorhaupt scheint ein kleines Fenster vermauert zu sein. An der Westseite ist ein zugesetztes Rundbogenfenster zu konstatieren, etwa halb so hoch wie die Barockfenster. Der Chor ist aus großen Kalksteinquadern erbaut. Das Langhaus hat keinen Sockel. An der Westseite haben sich Spuren der älteren Fenster erhalten; unter dem Westfenster ein zugemauertes kreisrundes Fenster der romanischen Zeit, dessen Kante mit einem Stab ausgesetzt ist. Daneben, gegen Süden, ein schmales Spitzbogenfenster in gleicher Flucht mit dem Rundfenster. Gegen die Südecke zu befindet sich, noch tiefer gelegen, ein zugesetztes kleines Spitzbogenfenster, eventuell zugesetzte Nische. An der Ostseite sind Spuren ältere Fenster nicht zu konstatieren. Das Mauerwerk besteht aus quaderartigen gehauenen Kalksteinen, die Schichtung ist jedoch nicht unbedingt regelmäßig.
Die Sakristei ist zweigeschossig. Sie hat Schrägsockel. Die Fenster haben geraden Sturz und gefaste Gewände.
Der Turm zeigt interessante Anlagen. Er hat fünf quadratische Geschosse. Das Untergeschoss bildet die Vorhalle der Kirche. Es ist mit einem Kreuzgewölbe überwölbt, das sich dem Spitzbogen nähert; die Gewölbekappen sind ansteigend und busig gebildet. Die schweren Wulstrippen ruhen auf Ecksäulen mit wechselnden Kapitellen. Die wenig tiefen Schildbogen sind rund, sie ruhen auf Pfeilern, welche die Ecksäulen begleiten. An der Südseite reich gegliedertes Portal. Es ist viergestuft. Die innere Stufe ist mit Säulen ausgesetzt, die einen Rundbogenwulst tragen. Die Ecken der übrigen Stufen sind gekehlt und mit Stäbchen umrahmt, die mittlere ist mit Halbsäulen besetzt, die Kelchkapitelle schließen. Der umlaufende Kämpfer zeigt interessanten Dekor: rechts einen Löwen, Hirschen und Drachen Akanthuslaubwerk, links einen Vogel, eine grinsende Maske und Laubwerk, das sich der Frühgotik nähert. Am rechten Gewände ist ein Weihwasserständer bündig mit dem Portal ausgehauen.

Der Zugang zur Vorhalle an der Westseite ist spitzbogig; Kämpfer aus Platte, Wust, Kehle und Stab. Die Leibung ohne Profil. Über dem Untergeschoss hat der Turm außen ein Gesims aus Platte, Wulst, Kehle und Stab.
Das erste Obergeschoss ist von der Kirche aus, auf der heutigen Empore zugänglich. Hier im Kleeblattbogen geschlossenes Portal, mit Kehle und Stäben profiliert. Innen liegt an der Südseite eine gebrochene Steintreppe zu einem weiteren rundbogigen Eingang, der zum Dachraum des Langhauses führt. Im dritten Geschoss befinden sich auf allen vier Seiten doppelte rundbogige Schallöffnungen. Das gotische Obergeschoss hat gekuppelte spitzbogige Schallöffnungen mit gefastem Gewände: die an der Westseite haben Nasen, außerdem liegt über dem Trennungspfosten ein kleines Rundfenster mit Vierpass. Helmdach mit Ziegeln.
Der romanische Teil des Turmes ist mit großen Kalksteinquadern verblendet. Über den Ecklisenen, die unterhalb der romanischen Schallöffnugen totlaufen, ändert sich die Technik; hier Eckquadern und Brockenwerk. Das gotische Obergeschoss zeigt kleines Quaderwerk.
An der Ostseite des Turmes haben sich spärliche Reste eines gotischen Anbaues erhalten: zwei verputzte spitzbogige Schildflächen, zwischen denselben ein Rippenanfänger. In der Ecke zum Langhaus sitzt eine derbe Spitzkonsole. An der anstoßenden Südseite des Langhauses erhielt sich eine verputzte spitzbogige Schildfläche, und zwar nur die Hälfte derselben; die zweite Hälfte greift über Eck auf die Langhausseite über. Der kapellenartige Anbau hatte demnach zwei Joche. Er sprang über die Flucht des Langhauses vor. Es befand sich also an dieser Stelle eine gewölbte Kapelle, über die keinerlei Nachrichten bestehen.
Die Anlagen im Turm beweisen, dass die Kirche ehedem doppelgeschossig war, wie in Sandharlanden. Daher die tiefe Lage der noch zu konstatierenden alten Fenster an der Westseite des Langhauses. Die architektonische bedeutende Ausstattung der Kirche erklärt sich aus dem Zusammenhang mit Prüfening. Auffällig bleibt dabei, dass die Türe, die vom Obergeschoss in den Turm führt, eine so gehobene Ausgestaltung erhielt. Auch die Treppenanlage vom Turm zum Dachgeschoss stellt sich in dieser monumentalen Art als seltene Erscheinung dar.
(Quelle: Urlaub im Altmühltal - http://www.urlaub-im-altmuehltal.de/kurort-abbach/himmelfahrt.htm)

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