Die neue Oberndorfer Orgel

30. Januar 2010

Es war ein Festtag und ein Freudentag in Oberndorf als Weihbischof Reinhard Pappenberger Ende Januar die neue Mathis-Orgel in der Kirche Mariä Himmelfahrt segnete.

Drei Jahre lang hatten sich Kirchenverwaltung und Orgelbauverein für die Anschaffung des neuen Instruments eingesetzt und mit der Segnung nun ein Ziel erreicht, an dessen so schnelle Verwirklichung zu Beginn keiner geglaubt hatte. Weihbischof Reinhard Pappenberger stellte das Lob Gottes in den Mittelpunkt seiner Predigt. Das Lob Gottes, dem auch das Spiel der Orgel dient. Alle Empfindungen des Menschen könne das Spiel der Orgel ausdrücken, Freude, aber auch Klage, „all das, was ein Menschenherz bewegt und zum Schwingen zu bringen vermag.“ Der Weihbischof fuhr fort: „Heute wünsche ich Ihnen, dass Sie in den Klang der Orgel einschwingen können, dass sie Ihnen hilft, aus dem Glauben heraus stark zu sein.“ Auf der Empore erteilte er dem Instrument seinen Segen. Stehend hörte die Gemeinde die ersten Töne des nun geweihten Instruments. Organist Josef Berghammer intonierte Johann Sebastian Bachs Fantasia G-Dur zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen. Im weiteren Gottesdienst gesellte sich nun auch der Klang der neuen Orgel zur musikalischen Gestaltung durch den Oberndorfer Singkreis unter der Leitung von Reinhard Langer und das Blechbläserensemble St. Maria Sulzbach-Rosenberg unter der Leitung von Maria Bossle. Wunderbar harmonisch und facettenreich füllten Gesang und Instrumentenspiel die Kirche. Organist Josef Berghammer, als Vorsitzender des Orgelbauvereins mit treibende Kraft bei der Realisierung des neuen Instruments, strahlte über das ganze Gesicht: „Das Instrument ist ein Traum vom Klang her und von der handwerklichen Präzision.“ Es lasse keine Wünsche offen. „Heute ist für unser kleines Oberndorf ein großer Festtag“, sagte auch Kirchenpfleger Franz Ackerl in seiner Ansprache. Ohne den Orgelbauverein wäre eine Verwirklichung wohl nicht möglich gewesen“, lobte er das vielfältige Bürgerengagement. Auch amtierender Bürgermeister Josef Geitner hob hervor, dass die Oberndorfer damit schier Unmögliches zustande gebracht haben.

Das Konzert, das Professor Norbert Düchtel am Nachmittag auf der neuen Mathis-Orgel gab, war ein ganz besonderes Ereignis. Er zauberte mit seiner Darbietung auch den Menschen ein Lächeln ins Gesicht, die nicht unbedingt mit Orgelmusik groß geworden sind. Und ein Lächeln spielte nach jedem Stück auch um den Mund des Organisten selbst. Sichtlich genoss er das Spiel auf der neuen Orgel. Auch für Hermann Mathis, den Erbauer der Oberndorfer Orgel war die Orgelsegnung ein außergewöhnliches Ereignis. Und gleichzeitig ein Abschied: „Das Kind wird selbstständig. Es ist die Zeit des Abschieds.“ Drei kleine Wünsche gab der schweizer Orgelbauer seinem „Kind“ mit auf den Weg: Dass es Atmosphäre schaffen möge in der Oberndorfer Kirche, dass es von der Gemeinde aufgenommen werde und dass es lange Zeit seinen Dienst tue.