Zehn Jahre Angrüner-Stiftung

24. November 2012

Die Stiftung des Ehepaars Adolf und Erna Angrüner ist ein Segen für Bad Abbach.

Die Angrüner-Stiftung ließ die Puppen tanzen. Zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung gab es nicht nur einen Festakt, sondern auch Marionettentheater vom Feinsten mit der Augsburger Puppenkiste. Die Stiftung war an diesem Abend nicht nur durch die vielen Zahlen und Fakten präsent, die in den Ansprachen dargestellt wurden, sondern auch ganz greifbar durch die Früchte ihrer Ausschüttungen. In diesem Fall waren die „Früchte“ recht jung und übernahmen die musikalische Umrahmung des Abends. Unter der Leitung von Bernhard Heim spielte nämlich das Blasorchester der Angrüner-Mittelschule auf, das durch die Stiftung finanziert wird. Im Mittelpunkt standen auch drei junge Mädchen, die mit dem diesjährigen Ehrenamtspreis der Schule ausgezeichnet wurden. Der Preis ist ebenfalls getragen von der Stiftung. Zur Feier des runden Jubiläums hatte sich das Who is who von Bad Abbach versammelt. Konrad Spies, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, erinnerte sich an die Anfänge der Stiftung und an seinen Freund Adolf Angrüner, der am Tag nach dem Festabend 90 Jahre alt geworden wäre. 2002 hatte er nach langer Voraebeit gemeinsam mit seiner Frau die Stiftung ins Leben gerufen. Nach dem Tod der Stifter ging deren gesamtes Vermögen in die Stiftung über. Spies erinnerte auch an Dr. Herbert Weißgerber, der gemeinsam mit ihm mit sehr großem Engagement für die Stiftung gearbeitet hatte. Adolf Angrüner rief die Stiftung ins Leben, mischte sich aber in die Vergabe der Stiftungsmittel nie ein. Das war Aufgabe des Stiftungsvorstands und des Stiftungsbeirats. Was Angrüner jedoch große Freude bereitete, war der Kontakt mit den Nutznießern der Stiftung. Oft war er zum Beispiel in den Schulen und beobachtete mit einem Lächeln, wie die Kinder mithilfe der Stiftung in vielen Bereichen gefördert werden konnten. Sehr schnell wussten die Kinder, wer der Herr Angrüner ist, der so oft bei ihnen auftauchte und dessen Auftauchen immer mit einer erfreulichen Neuerung an der Schule zu tun hatte. Werner Sturm hielt den Festvortrag. Schulen, Kirchen und Vereine könnten sich vieles nicht leisten, wenn es die Angrüner-Stiftung nicht gäbe, sagte er. Spuren in Bad Abbach hinterlasse Angrüner aber auch durch sein berufliches Wirken: So stammen die statischen Planungen beispielsweise der Füßgängerbrücke, der Reha-Klinik und des Kurhauses von ihm. Heiner Bruckmüller, Rektor der Angrüner-Mittelschule, stellte viele Projekte der Stiftung vor und auch ein ganz Besonderes: Zum zehnten Geburtstag der Stiftung hatten die Kinder der dritten bis sechsten Klassen nämlich eine Vorstellung der Augsburger Puppenkiste genießen dürfen, die ihren Klassiker, das Urmel, dabei hatte. Die Begeisterung der Kinder war riesengroß. Am Abend dann war die Puppenkiste im Kursaal und das Publikum durfte miterleben, wie die Puppenspieler arbeiten. „So viele Fäden, dass die sich nicht verheddern“, flüsterte eine Zuschauerin. Doch die Puppenspieler beherrschten ihr Handwerk perfekt, ließen grazile Ballerinas über die Bühne tanzen oder ein schaurig-schönes Krokodil zum Crocodile-Rock abgehen. Richtig schwierig wurde es bei der Marionette in der Marionette, als ein Musikclown ein kleines Pendant seiner selbst am Fadenkreuz hielt und bewegte, alles gesteuert vom Puppenspieler. Zum Abschluss kam auch am Abend das Urmel auf die Bühne und viele Erwachsene ließen es sich nicht nehmen, sich vom Star ihrer Kindheit einmal abschmatzen zu lassen.