Der Danu-Bus macht Station in Bad Abbach

16. Juli 2012

Straßentheater für Kinder und Erwachsene vom Akademietheater Ulm

Der Wind fegte durch die Zuschauerreihen und zerrte an den großen Regenschirmen der beiden Pantomimedarstellerinnen. Viele Blicke wanderten zu den dunklen Wolken am Himmel, als die erste Vorstellung des Danu-Busses des Akademietheaters Ulm im Bad Abbacher Innerort beginnen sollte. Der Himmel hatte ein Einsehen und es blieb trocken. Die beiden schwarz-weißen Gestalten, die die vielen jungen und auch die älteren Zuschauer vor dem Spielbeginn mit ihren Darstellungen erfreuten, legten sich aber auch mächtig ins Zeug. Mit vollen Backen bliesen sie, sehr zur Erheiterung ihres Publikums, die Wolken beiseite. Punkt zwei Uhr ertönte dann eine laute Kuhglocke, und Karl-Heinz und Lucie hatten ihren großen Auftritt. Schweinchen Karl-Heinz fühlt sich inmitten der Unordnung in seinem Wohnbus sauwohl. Doch dann nimmt er die verirrte Katze Lucie auf. Und so sehr die beiden auch beteuern, dass man schon miteinander auskommen werde, so groß sind ihre Schwierigkeiten. Karl-Heinz liebt sein Chaos, will spielen und basteln. Lucie legt größten Wert auf Ordnung. Nach einem Monat des Zusammenlebens stellen sie fest, dass zwischen ihnen kein böses Wort gefallen ist. Jeder für sich weint sich aber kräftig bei seinem jugendlichen Publikum aus. Und dass die Kinder im Lauf des Stücks auch noch erfahren, wie man das anstellt, dass selbst zwei solche Gegensätze gut miteinander auskommen, das versteht sich von selbst.  Einprägsam brachten die beiden Schauspieler Sabrina Arndt und Jonas Lüders den Kindern die handelnden Figuren nahe. Am Abend dann nahm die junge Truppe vom Akademietheater Ulm Shakespeares „Sommernachtstraum“ in Angriff. Weil sie durch mehrere Länder auf ihrer Tour entlang der Donau unterwegs sind, geriet auch der Klassiker international. Deutsch, Ungarisch, Serbisch und Rumänisch wechselten sich ab. „Ein mutiges Objekt“, urteilte einer der Zuschauer. Vom Schauspielerischen her sehr gut, aber angesichts der Sprachverwirrung sollte man das Stück schon gekannt haben. Bei den meisten Besuchern war das wohl der Fall, denn der Applaus war lang und herzlich.