Oberndorf - Geschichtliches

Dr. Alfons Kraus

Ausstellung 15.3.2005 im Schaukasten im Archiv

Gemeindewappen von Oberndorf

Bürgermeistermedaille mit Band
angeschafft am 20. Januar 1870

Kommunalrechnung  der  Landgemeinde Oberndorf von 1877
Mit einem Aktivrest von 188 RM

Beratungsbuch der Gemeinde Oberndorf
-28.3.1946-  mit der Option auf Selbständigkeit

Sitzungsniederschrift der Gemeinde   Oberndorf
- 25.12.1975 – mit der Option auf Anschluss an Bad Abbach

Auszug aus der Rechtsverordnung der Regierung von Ndb.
Wegen des Anschlusses an Bad Abbach zum 1.1.1978

13.8.1666
Revers zwischen der Kirchengemeinde Oberndorf und Pfarrer Mathias Gagenmayer im Beisein des Prüfeninger Hofrichters Michael Stadler wegen der Errichtung  einer Kuratie etc.

Oberndorf
Der Name bezieht sich auf seine geographische Lage von Matting aus gesehen und heißt so viel wie das Obere Dorf. Es ist ein uraltes Winzer- und Fischerdorf zwischen den Berghängen des fränkisch-schwäbischen Jura und dem Donaustrom.
1007 wurde es von Kaiser Heinrich II. , dem Heiligen, mit Ahebach an das neu gegründete Bistum Bamberg geschenkt, mit der Urkunde (angeblich) Ottos von Bamberg 1138 (in Wirklichkeit 1224) wurde es der Jurisdiktion des Klosters Prüfening (gegründet 1119) unterstellt, der es bis zur Säkularisation 1803 unterlag. Ab dieser Zeit entwickelte sich das Dorf zu  einem gesunden und selbstbewussten Gemeinwesen mit vorwiegend landwirtschaftlichem Charakter. Die vorwiegende  Bodenkultur bestand bis etwa 1760 in Weinbau. Auf einer Schullandkarte von 1817 war dieser aber bereits vollkommen verschwunden und dem Anbau von Hopfen gewichen. Dies veränderte auch die Lebens- und Trinkgewohnheiten im Dorfe. Das Schwinden der Winzergemeinschaft begünstigte ab etwa 1700 das Aufblühen des  bis 1945 einzigen Dorfkruges, einer Brauerei, die nach vermutlich vier Vorgängern im Besitz der Familie Berghammer ist. Die finanzielle Stabilität der Gemeinde zeigt sich beispielsweise im Haushalt 1877 bei einem Aktivrest von 188 RM (Archiv von Bad Abbach,1.XXII. 22.1).

Sowohl in geistlicher als auch weltlicher Hinsicht wollte Oberndorf am liebsten immer die Eigenständigkeit erhalten und wahren. Eine schriftliche Petition von 1666  der Kirchengemeinde von Oberndorf und des Kloster-Prüfeninger-Hofmarks-Richters Michael Stadler an den Abbacher Pfarrer Mathias Gagenmayer beinhaltet das Bestreben, eine Kuratie zu werden. Dies bedeutete die Lostrennung  von der Dominanz von Abbach, wie es bis zum Erfolg im Jahre 1686 auch von Dünzling betrieben wurde. (Archiv von Bad Abbach 1. XVI .II/1. 22.1). Diese Initiative wurde auch in der Folgezeit einige Male, vorzüglich 1837, vergeblich zwar, immer wieder gestartet. Oberndorf blieb Filiale von Abbach.

1946, nach dem 2.Weltkrieg, war beabsichtigt, Oberndorf kommunal an Bad Abbach anzugliedern, wogegen man sich durch Gemeinderatsbeschluss  vom 28.3.1946 mit dem Hinweis auf die landwirtschaftliche Struktur, die hinreichende Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft sowie die eigene Schule erfolgreich zur Wehr setzte. Die Bayerische Gemeinde-Gebietsreform von 1972 zwang den Ort, sich zum 1.1.1978 an Bad Abbach anzuschließen. Das Stimmenverhältnis im Gemeinderat war mit 9:0 dieses Mal einstimmig positiv. Der letzte Bürgermeister hieß Ernst Gassner. Der Haushalt galt mit einem Aktivrest von 54.040 DM (Einnahmen 358.376 ; Ausgaben 304.335) mehr als ausgeglichen.

25.10.1837
Die erneute Ablehnung der Erhebung der Filiale Oberndorf durch die Regierung des Regenkreises und den Bischof von Regensburg

Urkunde von angeblich 1138 (richtig 1224) des Bischofs von Bamberg, Ottos I. als Fundationsbrief. Erste namentliche Erwähnung Oberndorfs.

 

 

Die Bürgermeister aus Oberndorf

(aus Gruber, Franz.  Geschichte von Oberndorf. In: Unsere Heimat, Heft 39/2012, S. 75