Nachruf - Grenzstein im Burgbergareal 1224

Im Online Lesebuch  Nr. 137 („Nachruf auf die Saugasse“) und im Heimatbuch „Bad Abbach – unser historisches, kulturelles und soziales Erbe“ von 2012 S. 107, Spalte 2, habe ich in der Annahme, dass es sich bei dem Quaderstein, der beim Bau der Maria Weigert Straße geborgen wurde, um einen Grenzstein handeln könnte, der beim Bau der neuen Burg in den 1220er Jahren und dem dazugehörigen Turm nach dem Schacher mit den Mönchen von Kloster Prüfening gesetzt wurde, um die Neusetzung in der Nähe seines ursprünglichen Standplatzes gebeten.

Nun wurde  der Stein gewaschen und beim Rathaus gesetzt. Meine damalige Vermutung hat sich als zutreffend erwiesen.

Dies beweist das nun sichtbare eingemeißelte Wappenfries  der frühen Wittelsbacher Herzöge und eine eingemeißelte Jahreszahl, von der wegen der Verwitterung  in 800 Jahren nur mehr eine gotische 2  erhalten blieb. Die Photografie von Frau Gabi Hüber-Lutz vom  09.10.2014 in der MZ lässt dies klar erkennen.

Ich erinnere zum weiteren Beweis an den Wappenstein in der Stützmauer zum sog. Marchnerhaus im Apothekergassl. Dort finden Sie ein identisches Wappenfries in einen Stein gemeißelt. (Siehe mein Photo in meinem Buch S. 201!)

Ich nehme an, dass auch dieser Wappenstein von Herzog Ludwig I., nachdem er zu Abbach das Landgericht gegründet hat, an der Burgmauer gesetzt wurde, nachdem der Landrichter bis 1760 in der Burg residierte. In diesem besagten Jahr wurde für ihn ein neues Landrichterhaus am Friedelberg (heute Schulbruck) gebaut, nachdem der Sitz auf der Burg wegen deren Verfall nicht mehr zumutbar war.

Dieser Wittelsbacher Besitzstein wanderte vom alten Platz an  der Burgmauer zum Nachweis des neuen Staatsärars  an die Stützmauer des neuen Landgerichtsgebäudes. Der Stein stammt sichtbar aus der Gotig. Wäre er 1760 entstanden, wäre er in  barockem Stil gefertigt.

Zur weiteren Erhellung  der Historie bringe ich hier den Artikel von Frau Hüber-Lutz in MZ vom 09.10.2014:

 

Ich habe um den Grenzstein herum gewissenhaft recherchiert. Dass es sich um einen historischen Grenzstein aus den 1220er Jahren handelt, halte ich aus folgenden deduktiven Gründen fest:

Benno Hubensteiner schreibt in seinem Buch „Bayerische Geschichte“, Jubiläumsausgabe 1980 S.85/86 zur Grafschaft von Bogen: „ Als Otto I. (…) starb,  war sein Sohn Ludwig  noch ein unmündiger Knabe, (…). Als Mann aber erwies er sich  hart und klug, schloss 1204  die wohlüberlegte Heirat mit der böhmischen Ludmilla, der Witwe des letzten Bogeners, die ihm die große Donaugrafschaft zubrachte. (…)“.

Also war die Grafschaft Bogen 1204  bereits erloschen, und das Bogener Wappen  konnte damit  rechtmäßig  bereits von Ludwig I. (gest. 1231) geführt werden.

Nach meiner Annahme stammt der Stein und das Wappen auf dem Stein von 1224 (siehe Urkunde!)

Dass das „Wappen“ nur von mir  als solches gesehen werden könne, widerlegt die Photografie  von Frau Hueber-Lutz (MZ) eindeutig.

Es handelt sich nicht um zufällige Bearbeitungsspuren, wie manche annehmen.

Ich stellte Vergleiche mit den Buckelquadern  vom Hungerturmbau an. (Maße 30X60 und deutliches Abschlagen des Buckels).  Die parallel  abschüssig verlaufenden Linien als Symbol, die noch deutlich erkennbare gotische Ziffer 2, die Urkunde von 1224

(cublesprunne) bestärken mich in meiner Annahme.

Zusätzlich kennt keiner in (Bad) Abbach die Geschichte des Wege- und Straßenbaus  nach Gemling, Köfering etc. bei dem der Stein am Wegerand verschüttet wurde, besser als ich.

Den Einbanddeckel von Hubensteins Buch ziert außerdem ein Siegel Ludwigs, das ihn auf einem galoppierenden Pferd zeigt, und wo er einen Schild mit den bayerischen (bognerischen) Rauten in Händen hält.