Nachruf auf die „Saugasse“

Es sei vorausgeschickt, dass es in Abbach vor dem katastrophalen Brand im Mai 1892 keine Innerortverbindung gab, die den Namen Straße verdiente.[1]  Daher benutzte man hier zu Orte nur die Bezeichnungen „Weg“ oder „Gasse“.   Sogar die Verbindung Regensburg – Augsburg, die durch Abbach führte, hieß nur „Marktgasse“.

Der Gebrauch der Bezeichnung „Saugasse“ ist bei Alteingesessenen ein Relikt aus archaischen Zuständen Abbachs, aus der ausgeprägten agraren Stuktur   und dem gebräuchlichen Wortschatz in der bäuerlichen Soziologie.

Aber das Aussprechen von „Sau“ oder Wortverbindungen mit Sau sind schon in den Landgerichtsakten (13. bis 19. Jahrhundert) verpönt. Daher ist solchen Wörtern in  offiziellen Texten immer  S.V. (= salva vice. lateinisch. = so viel wie „mit Verlaub“)vorausgesetzt worden . Schwein, Sau, Saubär, Drecksau, Zuchtl.(=Mutterschwein), Ferkel, beleidigend und missbräuchlich auf Menschen zu übertragen, war strafwürdig, wie Prozessakten beweisen.[2] – Solches blieb aber bis heute ein unausrottbares Sprach-Fossil wie der Straßenname „Saugasse“ bei Ureinwohnern  von Abbach auch.

In den Kammerrechnungen ab 1638 bis 1813 finden wir immer nur die Bezeichnung  „Gemlinger Weg“, Gemlinger Bach, Gemlinger Brücke-, die in diese Richtung führten oder zeigten. Für diese Liegenschaften musste wegen häufiger Reparaturen immer Geld ausgegeben werden.

Über diese hinaus fand täglich auch der Schweinetrieb auf die Weide in Richtung Gemling  statt. Der Schweinehirt  erschien in der Hergottsfrühe und rief: „D`Sau raus!“ Die Anlieger öffneten nur die Saustalltüre und die Schweine folgten dem Rudel, das sich grunzend in der Gasse drängte. Am Abend ging es zurück, und die Schweine wussten von selbst, wohin sie gehörten.[3]

Man möchte meinen, dies sei zu Adams und Evas Zeiten so der Fall gewesen. Nein, das wäre eine Täuschung!

In einem vorliegenden Vertrag zwischen der Marktgemeinde Abbach, vertreten durch den Körnauschuss, und dem Ehepaar Josef und Therese Krammel  erfahren wir, dass noch 1928 die Schweine gehütet wurden. Die Schweinehirten bekamen 0,30 RM  pro Stück wöchentlich. Dazu an Martini 20 Liter Roggen pro Schwein. Grundstücke, die der Hirt nicht abweidete, konnte er  nach eigenem Gutdünken nutzen. Über die Weidegründe hatte nur er zu befinden und kein anderer . Futterentnahme durch andere wurde bestraft. Von den durch den Eber, der täglich mit auf der Weide sein musste, gedeckten Schweinen erhielt der Hirte die Hälfte der geborenen Ferkel. Die Hirtezeit dauerte von Josefi (19. März) bis Martini (11. November).[4]

In den Gefilden vor Gemling fühlten sich die Schweine wohl und suhlten sich den ganzen Tag über im Schlamm und Morast. Da gab es viele Rinnsale neben dem Hauptstrang Gemlinger Bach, und die Erde dort war aufgeweicht und aufgewühlt. Die Bezeichnung „Saugasse“ war zutreffend und keiner regte sich auf. Aber mit der Zeit wurde man wählerischer in der Wortwahl und zarter besaitet.

Seit 1518, seit Pfarrer Eberhard Fabri, befand sich in der Saugasse sogar der Pfarrhof.

Mit Pfarrer Wolfgang Kreitel residierte dort ein besonders prominentes Exemplar dieser Berufsgattung (1725). Er war zeitweilig sogar Interimspfleger des Landgerichts. Und die sollten in der „Saugasse“ wohnen und amtieren? Sie waren zwar selbst auch Ökonomen und Schweinehalter und waren selbstverständlich auch Nutznießer des Sautriebs. Aber diese Ausdrücke  waren aus übergeordneten Gründen tunlichst unaussprechlich. Die Pfarrherren und die betroffenen Anlieger fühlten sich nach vermeintlicher  Hebung der zivilisatorischen Verhältnisse und kulturellen Zustände durch die Saugasse allmählich diskriminiert.

So entstanden Behelfsbezeichnungen:

Ich bringe eine Auswahl, wie sie in kürzeren Zeitabständen ihren amtlichen Niederschlag fanden:

Im Grundakt  der königlichen Steuerkatasterkommission des Jahres 1823 wird die Saugasse offiziell Pfarrergasse genannt.[5]

In dem Buch  „Beschlüsse der Marktsverwaltung  1872 – 1895“ wird von Verhandlungen über die Straßenbeleuchtung (Petroleumlampen, Ad.V.) berichtet. Es wurde beschlossen, dass in der Poigner Gasse wie am oberen Donauplatz eine Laterne aufgestellt werden solle.[6]

Am 17.Mai 1938 fand im Reich eine umfassende „Volks-Berufs- und Betriebszählung“ statt. In der  Saugasse war der Hafner und Organist Josef (Sepp) Marchner als Anlieger auftragsgemäß mit der Zählliste unterwegs.  Seine Straße hieß damals offiziell Straubinger Straße. Man richtete sich offenbar nach der Himmelsrichtung, in der größere Städte lagen, wie bei Regensburger- und Augsburgerstraße[7]

Als unter dem Bürgermeister Emil Karl bei Gemling das Römergehöft des Namens „villa rustica“ entdeckt worden war, und 1982 dort eine Denkmal-Kommission aus Landshut zu graben begann, nannte man  die Saugasse  endlich Römerstraße, die bis an die damalige Ortsgrenze vor Gemling reichte. Dort begann ja die Gemeindeflur von  Poign (bis 1978!) und der Regierungsbezirk Oberpfalz. Es handelte sich ab dem Ortsende bis zur Grenze lediglich um 600 m in der Gemeindeflur und Zuständigkeit von Abbach.

Der Ausbau dieser 600 m des Weges im Gemeindebereich in den Jahren 1898 bis 1899 war ein Spektakel, das erst im Jahre 1908 einvernehmlich abgeschlossen werden konnte. Davon möchte ich hier noch berichten.

Eine kleine Randbemerkung  sei zunächst an dieser Stelle erlaubt: Die Sympathiewerte des Wortes „Schwein“ haben sich im verflossenen Jahrhundert gründlich geändert. Das Schwein avancierte sogar zum „Sparschwein“ und  „Glücksschwein“.

Ob man jetzt die „Saugasse“ nicht auch als Hilfsmittel anthropologisch, wirtschaftlich, esoterisch, pastoral ausschlachten könnte, nachdem man heute in dieser Hinsicht sehr kreativ geworden ist?

„Schwein-gehabt-Straße“ statt Römerstraße! z.B. hier könne man dieses oder jenes Glück finden! Den Frieden mit Gott und den anderen Kirchenbesuchern oder den Schatz fürs Leben.

 

Der Ausbau des Gemlinger Weges war den alten Abbachern zunächst überhaupt kein Anliegen. Er führte ja auch, wie es schien, nach niergendwo. Bei Gemling war für die niederbayerischen Abbacher Ende der Welt. Jenseits der Bezirksgrenze war fremdes Land (die Oberpfalz!). Der Rand war höchstens als Schweineweide geeignet.

Wie sich beim Bau der Maria-Weigert-Straße herausstellte, führte der Gemlinger Weg damals nicht südlich, sondern nördlich am jetzigen Rathauses vorbei. Der  Aushub für die neue Baugebietsstraße brachte es an den Tag. Ganz daneben lag einer von mehreren Armen  und Rinnsalen des  Gemlinger Bachs, heute Lugerbach genannt. Dieser wurde von der inneren Gemlinger Brücke, einer Holzbrücke in Ortsnähe, überquert. Es ist auch einmal von einer äußeren Gemlinger Brücke in den Kammer Rechnungen die Rede. Wo sich diese befand, ist nicht mehr herauszufinden.

Die Geschichte der heutigen Römerstraße ist folgende:

Am 16. Juni 1898 richtete das königliche Bezirksamt Stadtamhof an  den Magistrat von Abbach ein Schreiben mit dem Betreff: Erhebung des Gemeindeverbindungsweges Poign- Wolkering-Gebelkofen-Egglfing-Obertraubling zur Distriktstraße. Die Gemeinde Poign habe festgestellt, dass der ganze landwirtschaftliche und gewerbliche Verkehr nach Regensburg über Abbach laufe. Außerdem würde die Marktgemeinde und der Bezirk Kelheim den Ausbau der Anschlussstrecke von ca. 1 km gerne übernehmen. Die Gemeinde Abbach solle sich äußern.[8]

Dazu wurde schon am 1. Juli 1898 im 8-köpfigen Gemeinde-Ausschuss Beschluss gefasst. Der zu beratende Fall wurde auf Abbach – Gemling - Seedorf umgemünzt und verkürzt. In dieser Richtung  werde der Ausbau „mit  Freuden begrüßt“. Wenn der Distrikt Kelheim die weiteren Kosten übernimmt, wolle man den benötigten Grund unentgeltlich abtreten.[9]

Zum gleichen Betreffe fand dann am 17. Juli eine Gemeindeversammlung statt. 131 Gemeindebürger waren ordentlich geladen. Es erschienen 73 Stimmberechtigte. Der Beschluss des Gemeinderats vom 1. Juli wurde bestätigt. Zu Ansprechpartnern in der Angelegenheit wurden Xaver Zirngibl und Karl Ernst bestimmt. [10]

So weit, so gut. Als es aber der Bezirk Kelheim merkte, dass sich der Markt Abbach vor weiteren Lasten drücken wollte, nannte er Ross und Reiter. Das Königliche Bezirksamt Kelheim schickte am 6. September 1899 folgendes Schreiben an die Gemeindeverwaltung nach Abbach: „(...) Abbach hat die zum Straßenbau erforderlichen Füllgruben und Materiallagerplätze unentgeltlich zur Verfügung zu stellen und sämtliche Straßenbaumaterialien, wie Bruchsteine zum Grundbau, Schottersteine  und Röhren usw. ohne Entschädigung aus den Brüchen bei Abbach beizufahren. Die Anfuhr kann zu einer Zeit betätigt werden, in der landwirtschaftliche Arbeiten nicht vordringlich sind.

 

Für den Neubau kommt  die innerhalb Abbach  gelegene Teilstrecke von Profil 0 – 10 wegen  der teuren Grunderwerbungen und Abbruch mehrere Gebäude  vorerst nicht in Betracht und hat die Gemeinde Abbach auch künftig  die Unterhaltung  dieser Strecke, sowie der zwischen Profil 10 bis 14 gelegenen Böschungsmauer  zu übernehmen.

Die Herstellung der benötigten Feldfahrten und der hierzu  erforderlichen Grabenüberbrückungen oder Pflastermulden  ist gleichfalls Sache der Gemeinde Abbach (...) Die Straße erhält  eine Kronenbreite  von 6,00 m und wird mit einem 4,5 m breiten Grundbau versehen. Die Straße ist auf die ganze Länge (..)  mit Graben beidseits zu versehen.

Es ergeht der Auftrag, binnen längstens 8 Tagen beschlußmäßig  die Übernahme der in Frage stehenden Leistungen zu erklären.“[11]

Im Schreiben vom 6. Oktober des gleichen Jahres bestätigte  das königliche Bezirksamt zu Kelheim,  dass der Markt Abbach zwar den benötigten Grund kostenlos abtreten wollte, aber die oben genannten Präziguralleistunen nicht  übernehme. Diese Weigerung stieß auf wenig Verständnis bei den Kreisbehörden. Darum folgerte die Distriktbehörde in Kelheim:

„Dieser bedauerliche Mangel an Entgegenkommen gegenüber dem Bedürfnisse der Nachbargemeinde Poign auf Erhalt einer Distriktstraße und gegenüber dem Wunsche  des Distrikts Kelheim, von welchem sich die Marktgemeinde doch Zuschüsse  zur Deckung ihrer Armenkasse erhofft, befremdet umso mehr, als ja der Marktgemeinde  Abbach nicht unbekannt ist, dass die in Frage stehenden Leistungen vom Distrikte als Präziguen  überwiesen (= aufgelastet. A.d.V.) werden können, und dass die Distriktstraße nie gebaut werden wird, so lange nicht diese  Leistungen  von der Marktgemeinde  Abbach  überwiesen worden sind.

Zum Schlusssatze des jenseitigen Beschlusses ist zu bemerken, dass in unserer Zeit immer, namentlich auch von der hohen Kreisstelle, darauf gedrungen wird,  dass die zunächst interessierten Gemeinden (...) gesteigerte Leistungen übernehmen.

Ich vertraue der Einsicht des Herrn Bürgermeisters und der übrigen Ausschussmitglieder , dass auf der Weigerung nicht beharrt, sondern  der bezirksamtlichen Verfügung vom 6. September lf. Jr. Vollinhaltlich entsprochen wird.

Der Vorlage des diesbezüglichen Beschlusses wird wegen Dringlichkeit der Sache unfehlbar bis 12.laufenden Monats entgegengesehen. Königliches Bezirksamt“.[12]

Dieser Appell der Kreisbehörde beeindruckte die Abbacher Sturköpfe wenig. Die Angelegenheit wurde immer nur widerwillig begleitet, bis es am 11. Oktober 1903 endlich wieder zu einer Gemeindeversammlung kam.

Es waren 116 Gemeindebürger stimmberechtigt. Anwesend, waren aber nur 59 Personen also gerade einmal die Hälfte. Davon waren 51 Personen mit 82 Stimmen und 8 Personen mit 22 Stimmen gegen einen vorhergehenden Beschluss.[13]

Eine Zusatzbemerkung zum Protokoll lautet: „Gemeindebürger Fuchs wurde wegen vorzeitigen Weggehens  aus der Gemeindeversammlung  mit einer Ordnungsstrafe von 1 M versehen.“

Der vorhergehende Beschluss hatte gelautet: „Die Gemeindeversammlung  erteilt dem  Gemeindeausschussbeschlusse vom 9. Oktober 1903 , nach welchem die Marktgemeinde Abbach sich nicht herbeilassen kann, allenfallsige Mehrkosten für Fuhrwerksleistungen zum Distriktstraßenbau Abbach Gemling zu übernehmen, ihre Zustimmung. Unterschriften: Bürgermeister Röhrl, Michl Hermann und Anton Aubele für die Gemeindebürger.“ [14]

Zustimmung  und Begeisterung der Abbacher ja oder nein, hin oder her, die Straße wurde gebaut. Als der Kreis sich durchgesetzt hatte, musste ein neuer Streit her. Nun begann die Sache Gemeinde gegen Pfarrei:

Wegen der unentgeltlichen Grundabtretung durch die Gemeinde musste ein Tausch von Gründen (27 Dezimal) der Pfarrpfründe mit solchen der Gemeinde erfolgen. Pfarrer Glas glaubte, ihm sei für gute Bonität Ramsch aufgezwungen worden.

Die Gemeinde konterte: „PlNr.348 ½ , Weg, war nicht mehr befahrbar, und wurde der Weg  mit Einwilligung des damaligen Pfarrers   durch Vereinbarung  auf PlNr. 354  verlegt. Dieser Weg bestand seit  ungefähr 50 Jahren und wurde bis zum Beginn des Distriktstraßenbaues beschottert und unterhalten von der Gemeinde, sodass er als gutes Ackerland  nicht mehr in Betracht kommen kann. Die von der Gemeinde abzutretenden 27 Dezimal sind nicht nur Grasböschungen, sondern teilweise gutes Ackerland und kann dieser Grund  dem von der Pfarrpfründe abgetretenen  gleichwertig erachtet werden. Mit dem H. H. Pfarrer Glas von hier  wurde in dieser Angelegenheit Rücksprache genommen, welcher  sich dahin äußerte, es möchte das kgl. Bezirksamt Kelheim Entscheidung treffen.“ [15]

Am 13. Januar 1907 wurde man sich dann wenigstens in dieser Sache einig: Es handle sich nur um 26 Dezimal Tauschgrund. Für 1 Dezimal solle die Pfarrei  5 M  und für 25 Dezimal a.4 M Aufpreis bekommen. Die Vermessungskosten wolle zu einem späteren Zeitpunkt die Gemeinde übernehmen. Der Äußerung des Herrn Amtstechnikers, dass die Gemeinde zur Entschädigung  der Pfarrei verpflichtet sei, wurde widersprochen.[16]

Aus einem Papier der Stiftung des Schulbenefiziums war schon einmal ein Streit  wegen Lagerung von Aushubmaterial auf Stiftungsgrund aufgefallen. Wie er endete, ist allerdings aus den Akten nicht nachzuvollziehen.

Die Distriktstraße über Gemling und Poign wurde als Schotterstraße so und auf dem Platze gebaut, wie wir Gegenwärtige sie kennen. Der alte Gemlinger Weg erblickte kurzzeitig beim Bau der Maria-Weigert-Straße noch einmal das Licht der Welt. Er ist nun wahrscheinlich unter Mineralbeton und Betumen endgültig begraben.

Ich selbst habe diesen Vorgang durch oftmalige persönliche Anwesenheit  interessiert begleitet und dabei Folgendes beobachtet:

Plötzlich stieß der Bagger in etwa zwei m Tiefe auf einen mächtigen, behauenen Quaderstein. Diesen warf er auf die Seite  zu anderem Geröll vor dem Rathaus. So oft als ich auf meinem Weg zum Archiv an dieser Stelle vorbei kam, schaute ich mir den Stein an und rätselte herum.

Der Fundplatz war das aufgelassene Gemüsegärtlein der Familien Franz Aumeier / Fichtner.

Der Stein war nie verbaut worden. Auf ihm befinden sich keine Mörtelspuren. Er hatte mit Sicherheit einmal eine Markierungsaufgabe. Nach meiner Überzeugung  lag er am ehemaligen Gemlinger Weg (Plan Nr.348 1/2)  Beim Aushub zur neuen  Maria-Weigert- Straße kam eine Schotterrollierung des alten Gemlinger Weges deutlich zum Vorschein. Am Wegesrand, fast genau  an der Stelle, wo der Stein im Boden lag, sah ich auch die Fundamentumrisse eines ehemaligen Einhebehäuschens für die Wegemaut der aus dieser Richtung kommenden Fuhrwerke. Heute ist dort das Haus  Maria-Weigert-Straße Nr. 7 errichtet.

Bei dem genannten Quaderstein handelt es sich nach meiner festen Überzeugung um einen Markstein, den Herzog Ludwig I. 1224 als Grenzstein  gegen  Kloster Prüfeninger Grund zu Abbach setzen ließ, um seinen neu eingetauschten Grund für den Burgbau  sichtbar abzugrenzen. Die Grenzsetzung ist in der Urkunde vom 13. Januar 1224 ( Urkunde Prüfening 44, Bayerisches Hauptstaatsarchiv)  genau beschrieben: „ usque ad  nemos volgo  chublesprunne dictos“, (deutsch: „ bis zu den Uferböschungen ( siehe Gemlinger Bach!), die im Voksmund Kübelsbrunn  genannt werden“.). Die Flur hieß in dieser frühen Zeit  nicht Goldtal sondern Kübelsbrunn.

Der Herr Bürgermeister versprach mir, den Stein in Rathausnähe aufzustellen, in der Nähe des Fundortes also, und eine Schrifttafel an ihm anzubringen.

Das Versprechen ist bis heute nicht eingelöst worden (4/2013). Sollte es noch?



[1]  Siehe Akten wegen Straßenunterhalt 1878/1890/1891. Archiv XIX.14.3.2.a. – Siehe Briefwechsel  wegen des Protestes des Brauereibesitzers Ludwig Wahl vom 1.Juli 1901, 23. Juli 1901, 6.11.1901  etc. Archiv II.18.1.3.a.

 

[2] Vgl. Landgerichtsakten Archiv 8.5.3

 

[3] Erzählungen des Michael Kraml, sen,. 1944.  Nach Berichten von Vorfahren und Zeitzeugen und eigenem Erleben.

 

[4] Hirtvertrag vom 1.Mai 1928 zwischen Markt Abbach und dem Ehepaar Krammel. Archiv II.18.1.3.a.

 

[5] Einwohnerliste von Abbach  mit Erläuterungen von  Oberlehrer Wolfgang Forster, Archiv II.18.2.3.a (Kopie)

 

[6] Beschlüsse der Marksversammlung 1872 – 1895 v. 5.12.1881. Archiv 8.6.1.a.

 

[7] Zähllisten. Archiv  IV.18.6.2.a.

 

[8] Königliches Bezirksamt Stadtamhof an den Markt Abbach, Schreiben vom 16.Juni 1898. Archiv 14.3.2.a.

 

[9] Ratsprotokoll vom  16.Juni 1898. Archiv XIX.14. 3.2.a.

 

[10] Gemeindeversammlungsbeschlüsse 1889 – 1911. Beschluss vom 17. Juli 1898. Archiv  14.16. 2.1.a.

 

[11]  Schreiben des Bezirksamts Kelheim vom 6. Sept. 1899 an die Gemeindeverwaltung Abbach. Archiv  14.3.2.a.

 

[12] Schreiben des Bezirksamts Kelheim vom 6. Oktober 1889.Archiv wie oben.

 

[13] Die Stimmenzahl richtete sich damals nach der Steuerkraft. (A.d.V.)

 

[14]  Gemeinderatsbeschlüsse  der Marktgemeine Abbach  1904 – 1914. Protokoll vom 11-Okt. 1903. Archiv 8.6.1.a.

 

[15] A.a.O. Protokoll vom 17.Okt.1906. Archiv a.a.O.

 

[16] A.a.O. Protokoll vom 13.Januar 1907. Archiv a.a.O.