Lengfeld in Vergangenheit und Gegenwart

Dr. Alfons Kraus Juni 2006

In der ersten urkundlichen Erwähnung Lengfelds im Jahre 856 trägt es den Namen „Lenginveld“, d.h. Wohnsitz zum langen Feld. 1007 wurde es von Kaiser Heinrich II. mit Ahebah an das neu gegründete Bistum Bamberg geschenkt. In der Prüfeninger Urkunde von 1138 (vermutlich 1224) kommt es von Bamberg an Kloster Prüfening und trägt bereits den Namen Lengfeldt.

Um die Jahrtausendwende hat Lengfeld mit dem dazugehörigen Ortsteil Alkofen bereits eine  beachtliche geschichtliche Vergangenheit:
Es war schon in der Steinzeit besiedelt, was reiche Funde „am Feldl“ beweisen.
In der Saaler Au, auf dem sog. Wiesacker, fand 508 unter Anführung des Herzogs Theodo vermutlich die Entscheidungsschlacht zwischen den germanischen Stämmen und den Römern statt, was das ungewöhnlich große Hochwasser von 1845 an den Tag brachte. Dieses schwemmte nämlich die gesamte Humusdecke fort und brachte die ganze damalige Heeresausrüstung an das Licht: Lanzen, Pfeile, Ketten, Helme, Schilde, Geschirr, Trümmer von Metallspiegeln und Gegenstände aller Art. Haufenweise wurden römische Münzen aufgesammelt, die aber zum Großteil verscherbelt, und nur zum geringsten Teil an die Museen in Regensburg und Landshut abgegeben wurden.

Im Jahre 1871 fanden im Zusammenhang mit dem Bahnbau  auf dem sog. Ziegelfeld Grabungen statt, die Funde einer römischen Befestigungsanlage hervorbrachten.

Der Boden in der Gemarkung Lengfeld/ Alkofen ist geschichtsträchtig und birgt Spuren von frühen Menschen, die am Wasser siedelten, von Römern, Germanen und Baiuwaren.

Der genannte Wiesacker war im Mittelalter Standort eines großen Hofes und einer zwei- türmigen Kapelle, dem hl. Nikolaus, dem Patron der Schiffer, geweiht. Beide wurden abgetragen  und entfernter von der Donau, sicher vor Überschwemmungen, wieder neu errichtet. Die ursprüngliche Lage ganz an der Donau, lässt darauf schließen, dass diese Stelle einmal Lande- und Rastplatz für Donauschiffer war.

Im nahen Lengfeld befindet sich seit dem Mittelalter eine Kirche dem hl. Bartholomäus geweiht. Sie mag in den Ursprüngen auf die Gotik zurückgehen. Die Mutter Gottes Figur und die beiden Bildstöcke des hl. Laurentius und Vitus, viel verehrte Bauernheilige, verweisen auf eine Entstehungszeit um 1500. Im 30-jährigen Krieg (1618 – 1648), in dem die Schweden über Lengfeld und Umgebung ab 1635 unsägliches Leid, Vernichtung und Tod brachten,  wurde auch die Kirche arg ramponiert und ausgeplündert. Darum wurde sie um 1730 im barocken Stil neu aufgerichtet.

Pfarrlich betrachtet hatte Lengfeld mit Alkofen eine wechselhafte Zugehörigkeit: Prüfeninger Mönche (1273, 1650), Mönche aus Weltenburg von Poikam aus (bis 1714), die Pfarrer von Teugn und Kapfelberg (1654 – 56), zeitweise auch ein eigener Pfarrer am Orte (1463 – 1635; 1789), übten die Jurisdiktion aus. Heute gehört Lengfeld, obwohl auf Bad Abbacher Gemeindegrund liegend, als Filiale zur Pfarrei Teugn (seit 1811).

1486 wurde für die Kapelle eine Kirchenglocke gegossen. Sie tragt die Namen der Heiligen drei Könige. 1625 fügte die Kirchengemeinde dieser eine neue Glocke aus der Gießerei Schelchshorn in Regensburg hinzu und weihte sie dem Kirchenpatron Bartholomäus, dessen Bild sie trägt.

Historische Bedeutung hatten die Steinbrüche um Lengfeld. Die Römer brachen im Greppengrund  bei Alkofen Steine und brachten sie nach Regensburg. Die Porta Praetoria, römische Grabdenkmäler und andere Baulichkeiten wurden mit ihnen hergestellt. Auf der Anhöhe im Greppengrund wurde der Kopf des Kaisers Septimius Severus gefunden, der sich in Regensburg im Museum befindet.

Aus dem Steinbruch bei der Dantschermühle, dem „Steinbruch an der Leiten bei der Tunau (Donau)“ wurden Quader aus Grünsandstein zum Bau der Steinernen Brücke (1135) und des Emmeramsturmes in Regensburg, sowie des Domes in Passau gewonnen.

Kalksteinwände, die bei Lengfeld/Alkofen an der Straße von Regensburg nach Augsburg, bei häufigem Hochwasser und Eisstoß ohnehin schon unpassierbar, z.T. hinderlich bis in die Donau überhingen, wurden  1792 – 1797 unter Kurfürst Karl Theodor von Wasserbaudirektor Adrian von Riedel  durch Absprengen dem Ausbau der Straße geopfert. Davon zeugen die Inschriften auf den Steintafeln beim Löwendenkmal und beim Teufelsfelsen.1

Es sei erwähnt, dass es außer dieser Straßenverbindung seit alter Zeit auf der Donau an Lengfeld und Alkofen vorbei einen regen Schiffsverkehr gab, von dem heute noch der „Reitweg“ an der Donau , ein uralter Treidlweg , auf dem Schiffe, Plätten und Flöße von Pferden  Donau aufwärts gezogen wurden, Zeugnis gibt.
1847 wurde ein regelmäßiger Dampfschiffsverkehr zwischen Regensburg und Donauwörth eingerichtet, aber nach der Eröffnung der Donautalbahn Regensburg – Ingolstadt am 01.06.1874 wieder abgeschafft.2

Aus der Bibel kennen wir den Spruch: „Wenn euch eure Kinder um Brot bitten, gebt ihr ihnen keinen Stein zu essen.“ In Lengfeld aber wurde seit den 1870er Jahren buchstäblich Stein in Brot verwandelt:


Damals entstand in Alkofen ein Zementwerk, wo der Rohstoff Kalkstein  aus dem Kapfelberger Steinbruch, per Seilbahn über die Donau befördert, zu Zement verarbeitet wurde. Wer in Lengfeld/Alkofen nicht von der Landwirtschaft lebte, verdiente zum größten Teil für sich und seine Familie das Brot in dieser Fabrik. Es handelte sich um eine „Portlandzement - Fabrik mit Dampfkessel und Maschinenanlage, Generatorengasanlage und Kalkmühle.“3

 

Fortlaufende „Nachweisungen“ aus dem Bürgermeisteramt Lengfeld über die Beschäftigten im Zementwerk von 1901 – 1926 zeigen, dass bei Hasselmann und Kester in der Fabrik in Kalkofen, im Steinbruch in Kapfelberg, bei verschiedenen Produktionsabläufen in Alkofen, weiter als Steinmetze, inclusive dem Schuster Sebastian Schöfthaler, wie dem Kantinenwirt Albert Rumpel, alles Männer außer einer Frau, Arbeit und Brot fanden. Die Belegschaft entwickelte sich wie folgt:
1901 70 Personen
1902 58
1903 58
1904 70
1907 54
1908 56
1909 53
1926 142  4

1930 erlag dieser Betrieb der allgemeinen Rezession und Arbeitslosigkeit. Die „Zellstoff“ in Kelheim und die „Zellwolle“ in Kelheim/Affeking sollte später die entstandene Depression mindern.

Es sei hinzugefügt, dass das Zementwerk in Alkofen um die Jahrhundertwende Motor aller möglichen technischen Innovationen war. Schon im Jahre 1890 wurde das Telefon zur Verbindung der Standorte  Alkofen – Kapfelberg – Saal a. D. eingeführt. Noch im gleichen Jahr wurde eine Leitung nach Abbach II (= Bahnhof) hergestellt. 1904 wurde die Anbindung an den Telegraphenzentralpunkt Abbach-Postgebäude genehmigt.

Zur Erzeugung elektrischen Stromes wurden Dampfturbinen betrieben, bevor die Überlandwerke eine überregionale Verbindung herstellten. Am Ort Lengfeld/ Alkofen selbst aber gab es noch 1960 öffentliche Sprechstellen, bevor die Einzelverbindungen zu den Haushalten hergestellt wurden. Für avantgardistische Unternehmungen, z.B. auch Gründung der freiwilligen Feuerwehr in Lengfeld 1874, bürgte vielfach der Name des Aktionärs und Architekten Hasselmann.
Am 09.Nov.1915  wurde das Zementwerk mit einem Aktienkapital von 1.000.000.- Mark an die Börse gebracht. Es wurden 1000 Aktien zu je 1000 Mark ausgegeben. Vorstandsvorsitzender wurde Direktor August Schöfer.5

Für die Wasserversorgung der Gemeinde Lengfeld wurde bereits 1910 ein vorläufiger Entwurf ausgearbeitet, wobei eine Beileitung des Voxbrunnens bei Saalhaupt oder die Erschließung des Grundwassers  mit Hilfe eines 6 PS Wärmemotors  in Frage kam. Das Pumpwerk sollte bei der Dantschermühle entstehen und ein Hochbehälter von 80 cbm auf der Steinballe.6

Gewerbliche Arbeitsstellen und Einnahmequellen waren in Lengfeld selten. Gewerbeniederlegungslisten von 1898 bis 1938 führen  das schmale Register all dessen auf, was jeweils liquidiert wurde: Eine Marketenderei, eine Kleinmetzgerei, einige Gastwirtschaften und eine Schankwirtschaft am Bahnhof, ein Getreidehandel, eine Schusterei und Näherei, ein Zimmereibetrieb, eine Kleinkrämerei und Brotniederlage, eine Kunstdüngerhandlung, ein Kleinviehhandel, eine Wagnerei, ein Elektrogeschäft und zwei Mühlen.7Die „Mahlmühle“ auf der Eiermühle wurde 1934 von Michl Senftinger schon einmal vorübergehend abgemeldet.8

Lengfeld war bis in die 1970er Jahre überwiegend ein Bauerndorf, rechts und links am Teugener Mühlbach gelegen. Eine Wertverhältnisliste der landwirtschaftlichen Betriebe von 1929 lässt uns wissen, dass es in der Gemeinde  nur 9  normal gute Betriebe, 14 geringe und 20 geringst gute Betriebe gab. Den besten Stand hatte der Gutshof Dr. Kirsch-Purizelli.9

Puricelli

Dieser Gutshof entstand durch Ankäufe ab 1886 durch Graf Hermann Puricelli (+1901) und seine Rechtsnachfolger.. Im Jahre 1937 wurde er von der Reichsumsiedlungsgesellschaft in Berlin enteignet. (Siehe Staatsarchiv Landshut, Kat.Lengfeld, Renovierter Kataster, Umschreibheft ab 1886! Abschrift in Archiv Lengfeld II.) Es ist heute die Hs.Nr. 21 (Familie Amann, Gutsgebäude). Im Jahre 1937 wurden die Truppenübungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels erweitert. Durch die genannte Gesellschaft  wurden von 1937 bis 1943 10 Bauern  aus diesen Gebieten angesiedelt. Jeder der Umsiedler erhielt um die  30 Tagwerk von den Guts Feldern. Es entstanden neue Ortsteile, die Untere und Obere Siedlung.

In einer Gemeindeliste „Viehzählung am 2. Dez. 1912“ werden für den Bezirk Lengfeld 27 Pferde, 432 Rindviecher, 325 Schweine, 31 Ziegen, 191 Gänse, 18 Enten, 1270 Hühner, 32 Kaninchen, 39 Bienenstöcke,  aufgeführt. Es wurden 132 Hausschlachtungen an Schweinen und 2 an Ziegen durchgeführt.

Strukturelle Veränderungen, Instandhaltung oder Sanierungen  in der  bäuerlich betonten Gemeinde Lengfeld wurden lange Zeit seit 1873, modifiziert 1883 durch Art.50 u.51 der Gemeindeordnung durch Hand- und Spanndienste, auch Gemeindedienste erledigt, um die Gemeindekasse nicht unnötig zu belasten. Ausschlaggebend war der Besitz von Pferden, Ochsen und Kühen. Dabei waren zwei Ochsen einem Pferd gleichzusetzen, zwei Kühe einem Ochsen. 1 Tag Spanndienst konnte mit 3 Tagen Handdienst abgegolten werden.11

 

Es ist interessant, die Entwicklung der Wohnbevölkerung Lengfelds seit der Jahrhundertwende ( 1900) zu verfolgen:

1871                                    gesamt 399
1899                                    gesamt 357

1900
Alkofen    Haushaltungen 5    männlich 17    weiblich 18    gesamt 35
Bahnhof                        10                 24                 25                49
Dantschermühle              1                   5                   4                  9
Eiermühle                        1                   4                   5                  9
Gschwendthof                 2                   6                   5                11
Lengfeld/Dorf                 52              124                137              261
Steingewerkschaft/Weiler 3                   8                   5                13   
gesamt                                             387

1907        Haushaltungen 73    männlich 187     weiblich 175     gesamt 362
                                          

1912        Haushaltungen 57                     gesamt  ?   

1929        Haushaltungen 50                     gesamt 305

1974        Haushaltungen   ?                     gesamt 701

2006        Haushaltungen   ?                     gesamt 1758

Die Gemarkung Lengfelds umfasste im Jahre 1974, vier Jahre vor der Eingemeindung nach Bad Abbach am 01.05.1978 11 qkm.. Es handelte sich um eine blühende, wohlorganisierte und selbstbewusste Gemeinde, deren Steuerkraft  mit 186 DM pro Einwohner die anderer vergleichbarer bayerischer Gemeinden klar übertraf (178). 12

Nach der Eingemeindung nach Bad Abbach  wuchs die Einwohnerschaft kontinuierlich, nachdem die neuen Bebauungsgebiete „Im Wasserfall“, „Feldl“ „Deutenhof“ und „Auf der Steinballe“entstanden.

Mit Sicherheit haben sich hier wie im alten Dorfgebiet die Wohnverhältnisse den neuesten Bedürfnissen angepasst. 1909 gab es in Lengfeld 86 Besitzer- und 8 Mietwohnungen., die nicht alle die damaligen baulichen,  hygienischen, sittlich-moralischen Standards erfüllten. Besonders die Abortgruben gaben wie überall zu vielerlei  Beanstandungen Anlass, was durch das Fehlen einer Kanalisation bedingt war.13

In Deutenhof liegt heute (2006) eine der größten Golfanlagen der Region mit Sitz eines Golf-Clubs. Außer diesem herrscht auch bei der Freiw. Feuerwehr, beim Sportverein, beim Schützenverein und beim Frauenbund reges Leben.

„Ob in der selbstständigen  Pfarrei (Lengfeld)  bereits eine Pfarrschule unterhalten wurde, ist nicht festzustellen. Dass vor dem Jahre 1842  am Ort bereits eine Schule war, geht daraus hervor, dass das Haus Nr.7 (Besitzer Grünbeck) von den ältesten Gemeindebürgern als Schulhaus bezeichnet wurde.
Vom Jahre 1842 an wurde das Mesnerhaus Nr.40 ½  als Schulhaus verwendet. Als erster Lehrer wirkte hier der Söldner und Lehrer Simon Brunner.
Das Schulhaus wurde 1846 umgebaut. Die Kosten beliefen sich auf 900 Gulden. Es war schon einstöckig. Zur ebenen Erde war das Schulzimmer und die Lehrerwohnung.  Über der Stiege befand sich ein großer Dachboden und ein hübsches Zimmer. Das Schulzimmer war mit 8 Bänken für 40 Schüler ausgestattet und hatte eine Fläche von 35,84 qm und eine Höhe von 2,80 m.
Es war auch ein Nebengebäude mit Scheune und Stall vorhanden. Zum Mesner- bzw. Schulhaus gehörten 4,95 Tagwerk Grund.14

1889 wurde unter der Rubrik nichtrentierendes Vermögen ein Schulhaus im Wert von 7000 RM aufgeführt.15 Auch 1899 gab es in Lengfeld erst eine Lehrerstelle. Der Lehrer wohnte im Schul- und Mesnerhaus, auf das die Gemeinde noch 5635 RM Schulden hatte. Die Finanzierung sollte 1944 abgeschlossen sein.
Die Lehrerwohnung umfasste ebenerdig ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, eine Küche, ein Speisgewölbe, eine Waschküche, einen Keller und eine Holzremise. Im 1. Stockwerk befanden sich 2 Zimmer und eine Kammer; dann war auch ein großer Speicherraum vorhanden.

Als Schul- und Hausgarten standen 0,08 Tagwerk zur Verfügung. Von 1888 bis 1898 waren jährlich durchschnittlich 56 Werktagsschüler  und 24 Sonntagsschüler zu betreuen. Das Schulgeld betrug für einen Werktagsschüler im ganzen Jahr 2,88 RM, für einen Sonntagsschüler 1,44 RM. Der Lehrer erhielt im Jahr 931,13 RM aus der Gemeinde Lengfeld, wobei für Rosenkranzbeten 10 RM, für Uhraufziehen 20, für Gemeindeschreiber 160, für Standesamtsschreiber 20,  für besondere Rechnungsstellungen 25, für Rechnungs- und Etatfertigung der Schulrechnung 14 RM angeschlagen wurden. Die Dienstwohnung wurde nicht taxiert.
Dies bestätigten der  damals amtierende Lehrer Wunibald Lippert, der Pfarrer K. Bäumler und Bürgermeister Berkhammer.16

1953 – 1955 wurde ein neues Schulhaus gebaut und eingeweiht. Am 2.4.1962 wurde ein dritter Schulsaal gebaut und am 5.6. d. J. eingeweiht.

Es muss auch der Kindergarten „St.Maria“ in Lengfeld genannt werden. (Vormals Schule bis 1977)  Erweitert wurde der Kindergarten (2. Gruppe) 1990. Ein nochmaliger Um- und Neubau zu einem 3-gruppigen Kimdergarten erfolgte im Jahre 1995. Der Träger des Kindergartens ist die Kirchenstiftung Lengfeld. Der Mehrzweckraum für Vereine wurde mit der Umbaumaßnahme 1977 geschaffen.

1975 gehörte das Filialdorf Lengfeld / Alkofen bereits zum Schulsprengel und zur Wasserversorgungsgruppe Bad Abbach.

Am 11.05.1978 wurde zwischen dem letzten Lengfelder Bürgermeister Alfred Grau und dem  1. Bürgermeister von Bad Abbach Emil Karl, (Kassenwarte waren Menath und Zeitlhofer) der wirtschaftliche Transfer vollzogen. Die Einnahmen der Gemeinde lagen bei 283 769., 99 DM, die Ausgaben bei 213 170,70 DM.  Es bestand also ein Überschuss von 70 599,29 DM, der aber wegen strukturbedingter Maßnahmen im Verwaltungsbereich der Marktgemeinde noch im gleichen Jahr  auf  – 1 879,20 DM abschmolz.17

Es war mir ein Anliegen, im Verlaufe meiner Recherchen die Namen der Verantwortlichen für das Prosperieren der Gemeinde Lengfeld, also der Bürgermeister, seit der Neuorganisation der Gemeinden in Bayern unter Montgelas (1808/1818)herauszufinden, was mir wegen der unzureichenden Aktenlage nicht zur Gänze gelang. Aber immerhin seit 1865:

1865 – 1869    Michael Haubner
1870 – 1875    Mathias Rieger
1876 – 1881    Xaver Poeschl
1882 – 1887    Andreas Bergkammer
1887 – 1890    Josef Geyer
1891 – 1893    Jakob Lang
1894 – 1899    Andreas Bergkammer
1900 – 1905    Alois Rieger
1905 – 1911    Sebastian Köglmeier
1912 -  1913    Michael Rieger (wegen Krankheit beurlaubt bis Ende des 1. Weltkrieges)
1913 – 1919    Martin Parzeflall, I.V.
1919 – 1924    Michael Rieger
1924 -  1940   Sebastian Schöfthaler
1940 – 1941    Josef Köglmeier
1942 – 1943 (?)Johann Zettl
1947                Georg Fronhöfer
1948 – 1960    Heinrich Rieger
1960 – 1970    Johann Zettl
1971 – 1978    Alfred Grau 18

 

1 Vgl. Rieger, Georg. Geschichte der Stadt Kelheim. 1.Buch S.205 – 210, Kelheim 1929, Archiv Schriftenstand
   Reichel, Otto. Lengfeld - Vergangenheit und Zukunft. In: „Bausteine“- Heimatkundliche Stoffsammlung /
    Staatl. Schulamt Kelheim, 1967, Archiv von Bad Abbach/Lengfeld II
2 Vgl. A.a.O.
3 Brief des Bezirksamts Kelheim v. 28.11.1916 an die Gemeinde Lengfeld. Archiv von Bad Abbach/Lengfeld II
4 Nachweisungen 1901-1926. Archiv von Bad Abbach /Lengfeld  II
5 Schreiben Zementwerk an Gde. Lengfeld v.12.11.1915 Archiv Bad Abbach/Le. II
6 Planvorlage v.18.08.1914 , Akt Wasserleitung. Archiv Bad Abbach/Le. II
7 Gewerbe-Niederlegungs-Register 1898 – 1938. Archiv Bad Abbach/Lengfeld II
8 a.a.O. 1934 . Archiv Bad Abbach/Le. II
9 Wertverhältnisliste  v.22.3.1929. Archiv von Bad Abbach/Lengfeld II
11 Akt „Hand- und Spanndienste 1873/1883“. Archiv Bad Abbach/Le. II
12  Regierung von Niederbayern. Gemeindegebietsreform, Anhörungsverfahren. Schreiben  an die
   Landratsämter vom 26.06.1975 Nr.5  S.1, Archiv Bad Abbach/Lengfeld II
13 Akt „Wohnungsbogen 1908-1013“. Archiv Bad Abbach/Le.II
14 Reichel, Otto. A.a.O
15 Akt „Gemeindeschulden 1890“ Archiv von Bad Abbach/Le. II. / Reichel, Otto. A.a.O.
16 Akt „Fassion für den Schul- und Kirchendienst“ Archiv Bad Abbach/Le II
17 Kassenabschluss 1977/78, Niederschrift vom 11.05 und 26.09.1978, S.3 u.6. Archiv Bad Abbach/Le.II
18 Vor allem alle Schul-, Sozial- und Haushaltsakten, aber auch andere, so weit sie im Fundus zurückreichen.
     Archiv Bad Abbach/Le.II