Erinnerung an ein früheres Abbacher Eigenrecht, worauf sich die Gemeinde bis zur Säkularisation (1803) berief.

Dr. Alfons Kraus

Dieses Recht (Freiheitslibell 1335) geht auf Kaiser Ludwig den Bayern zurück (1314-1347), der sich wiederum auf „altes Herkommen“ (Marktrecht Ludwig des Kelheimers um 1210) stützte. Von Kurfürst Karl Albrecht wurde es am 7.3.1733 das letzte Mal erneuert.

Die Neukonfirmierung wurde wegen eines Streites zwischen der Marktsbürgerschaft und der Schlossherrschaft (Landrichter/Pfleger) angestrebt. Der  Streit dauerte sehr lange. Anlass war der Burgfrieden (Burggeding) und Weiderechte für Jungtiere auf dem „Thorwartwiesl“ zum Burgberg. (s.S.8 der Urkunde!)

Oftmalige Ritte der Ab(b)acher Verwaltung zu Verhandlungen mit den Behörden in Straubing und München blähten die Kosten auf.

Erschwerend kam hinzu, dass in der fraglichen Zeit vor 1725 eine außergewöhnliche Getreideteuerung mit folgender Hungersnot und grassierenden Krankheiten auftrat.

Man sah sich gezwungen, vom Minoriten Kloster in Regensburg 1725 ein Darlehen in Höhe von 500 Gulden zu jährlich 5 % Zins aufzunehmen, was immerhin jährlich 25 Gulden ausmachte.

Dies führte dazu, dass sich die Kosten bis zum Jahre 1737 auf fast 1200 Gulden aufblähten.

PS. An vorliegender Rechnung ist auf der nicht entwerteten Schluss-

seite das damalige Marktsiegel  sehr gut sichtbar: Umschrift: Opidum

Abach Civium Comitatis; Rauten und Rosen in barocker Anordnung und Verteilung.

(Siehe Festmedaille von 2007!Originalsiegel im Archiv.)