Die Feuerwehr in (Bad) Abbach.

Dr. Alfons Kraus, Archivar

 

Die Feuerwehr verdient als exzellente soziale Institution in der Gemeinde Bad Abbach eine besondere Erwähnung und Auszeichnung. Schon der seit urdenklichen Zeiten geltende Wahlspruch bringt dies zum Ausdruck: „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr.“

Obwohl in Abbach unter Carl Theodor strenge Rauchfangkontrollen durchgeführt und Verstöße streng und unnachsichtig geahndet wurden, brannte es  bei eng anliegenden Schupfen und Wohnhäusern aus Holz und bei dem häufigen Gebrauch von offenem Feuer nicht selten.

Am 30.März 1791 wurde in ganz Bayern unter Carl Theodor eine umfassende Feuerwehrordnung erlassen und unter Max I. Josef 1804  erneuert.
Diese verpflichtete die damals existierenden Bürgerfeuerwehren, die Pflichtfeuerwehren waren, an denen sich alle Bürger beteiligen mussten, zur ständigen Bereitschaft.

Aus Abach liegt uns die „Feuer Arbeith Sublepartition“ vor, in der die Dienste der einzelnen namentlich genannten Bürger in 96 Punkten aufgelistet sind.1 Ich empfehle meinen Artikel hierzu in Heft 30/2005  S.33 – 35 zur Lektüre.

Am 10.3.1873 wurde eine distriktpolizeiliche Feuer-Lösch-Ordnung für die Gemeinden des königlichen Bezirksamts Kelheim erlassen. In vorauseilendem und untertänigem Gehorsam sprossen dann in und um Abbach die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Boden. Geburtshilfe leistete der damalige leitende Ingenieur im Steinbruch  Kapfelberg und Zementwerk Alkofen, Fritz Hasselmann. Abbach gründete seine Feuerwehr 1872, ebenfalls 1872 Peising; Lengfeld und Oberndorf folgten 1874, Poikam 1876, Saalhaupt  1877, Dünzling 1878.

Die Geschichte der Feuerwehren, das Auf und Ab ihrer  Entwicklung personell und Ausstattungs mäßig wird heutzutage  in vorliegenden Chroniken ausführlich geschildert.

Es führt ein weiter Weg z.B. von der Hilflosigkeit der damaligen Feuerwehr beim verheerenden Brand in Abbach am 30.Mai 1892 bis zur starken und bestens ausgerüsteten Stützpunktfeuerwehr in Bad Abbach und den verschiedenen Ortsteilfeuerwehren rings herum.

1999/2000 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus der Stützpunktfeuerwehr in Abbach erbaut und eingeweiht. Trotz  staatlicher Zuschüsse schulterte diese Last die Gemeinde hauptsächlich alleine. Freiwillige Helfer leisteten 9000 Arbeitsstunden.  Die Ortsteile Peising, Dünzling, Poikam, Saalhaupt, Lengfeld bekamen ein neues Gerätehaus auf die gleiche Manier. In Oberndorf wurde das Gerätehaus erweitert. Die größte finanzielle Kraftanstrengung und Leistung der Kommune Bad Abbach  besteht in der Anschaffung des Fuhrparks mit modernsten Fahrzeugen und Löschwägen, sowie Gerätschaften für die heute auftretenden Bedürfnisse bei Katastrophenfällen aller Art des technischen und vollmotorisierten Zeitalters.

Die Gemeinde ist ja Aufwandsträger und in allen Bezügen mit von der Partie. Was wäre eine Organisation ohne die fähigen und fachlich qualifizierten Köpfe und hilfreichen Hände einzelner Personen? Ohne die Verdienste früherer Vorsitzender, Kommandanten,2 Schriftführer, aktiver Mitglieder3 zu schmälern, und ohne die Bereitschaft der Bürgermeister und Räte der vergangenen und Jetztzeit  zu vergessen4, muss man auf Alfred Kefer zeigen, der 27 Jahre Kommandant und anschließend drei Jahre Vorstand der FF war. Er hat die ganze Entwicklung ab 1972 dirigiert und beeinflusst. Mit seinem Sohn Max wird die Familientradition fortgesetzt. Anton Aubele, Vorstand, Schriftführer, Kassier, Kassenprüfer hat die Ereignisse des Traditionsvereins getreulich aufgeschrieben und der ehemalige Vorstand  Franz Heselberger war dabei, die Chronik zu komplettieren.

Heute wird die Feuerwehr nicht nur bei Brandkatastrophen  zum Einsatz gerufen, sondern bei Verkehrsunfällen, Industrieunfällen, Gas- und Chemiekatastrophen, Wasser- und Sturmschäden, Bergung von Leichen und Tieren, Beseitigung von Ölspuren und  Verkehrshindernissen, und wo es sonst in dieser Gemeinde noch „brennt“.

Auch darf die pädagogische Aufgabe der FF zur Bildung und Ertüchtigung der männlichen und auch weiblichen Jugend und der Beitrag zu geselligem Leben der Mitglieder und aller Bürger in diesem Orte nicht vergessen werden.

 

1  Feuer Arbeith Sublepartition vom 26.8.1791.Archiv von Bad Abbach 8.2.2. (VII.4).
2 Siehe „Festschrift 125 Jahre FF Bad Abbach, 27.bis 29. Juni 1997“, S.70. Archiv
   von Bad Abbach, Schriftenstand.
3 a.a.O. S.37 f.
4.a.a.O. S. 59.