Abbach war einmal ein Ort mit einem Braunkohlen Bergwerk

Im Jahre 1810 gab es außerhalb des Ortes, aber in der Gemarkung Abbach die Flurbezeichnung „Kohlstatt“. Die Kohlstatt“ war Gemeindegrund, in Richtung Regensburg gelegen, (Heute  Anwesen Krammel)) hatte eine Fläche von ¾ Tagwerk und wurde dem Brauknecht beim Kollerbräu Kaspar Kreutzer als Baugrundstück für ein Wohnhaus um den Preis von 40 Gulden verkauft. Am 24. Januar 1812  war das Wohnhaus bereits gebaut, es hatte die Hausnummer 31 ½, die Frau des Kreutzer wohnte bereits dort, aber um die Entrichtung des Kaufpreises für das  Grundstück wurde immer noch gestritten.

Im Sommer 1844 wurden unter der Aufsicht von Christian Ziegler aus Wunsiedel, nun Spinnerei- und Webereibesitzer im Ortsteil Au, Gemeinde Abbach-Schlossberg (heute „Waldfrieden“), mit Hilfe der Bergmänner  Weiß und Völkl die ersten 100 Löcher gebohrt, jedes 70 cm tief um Braunkohlen zu finden. Man versuchte es dabei bei Weichs, Gemling und in Abbach am Berg nach Regensburg. Die gewonnene Braunkohle vermarktete Zieglers Freund Fikenscher aus Marktredwitz. Er lebte in Puchhof bei Straubing und betrieb die erste Zuckerfabrik in Regensburg. Die Braunkohle verschiffte er auf Plätten auf der Donau flussabwärts.

Der Braunkohlenbergbau war bis ca. 1910 der Broterwerb der meisten Abbacher Familien. Nach der Schließung war man auf  das Zementwerk bei Alkofen angewiesen.

Schlussfolgerung

Die Lagerstätte der Braunkohle war bereits im 18.Jahrhundert bekannt und wurde sicher – wenn auch nicht im bergtechnisch üblicher Weise – ausgebeutet.

Vergleiche: Archiv von Bad Abbach. Aktenkonvolut. 8.4.1 (V 4) Kommunale Grundstücke an der Kohlstatt.

 

Noch ein Hinweis

Die Lagerstätten bei Gemling, Hochstetten und an der Regensburger Straße sind weitgehend abgebaut. Eine stille Reserve schlummert noch im sog. Weichser Becken. An der Stelle, an der sich heute der Parkplatz bei Ardelian befindet, habe ich als Kind noch mit dem Spaten nach Braunkohle gegraben, um der Not an Brennbarem abzuhelfen (um 1942). Es rentierte sich aber nicht.

In unserer Zeit errichtete die Gemeinde zur Erinnerung an die Bergbau Zeit Abbachs  an der Ecke Regensburger Straße zur Straße am Kohlenschacht ein Denkmal zu Ehren der hl. Barbara. Sie ist die Schutzpatronin der Bergbauarbeiter. Für dieses Erinnerungsdenkmal erwarb sich der pensionierte Bergbau Ingenieur Peter-Gerhard Diel aus Bad Abbach wegen seines Engagements große Verdienste. [1]

 

 

 


1)Die Kenntnis der ersten Daten aus der Bergwerkzeit verdanken wir  den Tagebüchern von Chridtian Ziegler, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Inge Ziegler, der Frau des Urenkels Friedrich Zieglers, des Sohnes von Christian Ziegler. Kopie Archiv