Farbenfrohes Spektakel am Himmel

11. Mai 2011

In Bad Abbach trafen sich Fallschirmspringer und Ballonfahrer beim Springwettbewerb "Interziel" und bei einer Montgolfiade

Himmelsgucker kamen am zweiten Maiwochenende in Bad Abbach voll auf ihre Kosten. Ob sie die Fallschirmspringer beobachteten, die als kleine Punkte aus dem Hubschrauber trudelten oder die Heißluftballons, die schon deutlich mächtiger daherkamen - der Blick nach oben lohnte sich. Die Kombination beider Ereignisse und das Angebot für Kinder zog viele Besucher zum Gelände an der Kaiser-Therme. Manchmal mussten sie sich etwas gedulden, denn der Verbündete aller Luftsportler ist das Wetter und das ließ die Flieger und Fahrer stundenweise im Stich. Was vom Laien als wunderbarer Frühlingstag mit angenehm frischem Lüftchen empfunden wurde, war für die Sportler schlicht zu viel Wind. Über zwei Stunden mussten die Fallschirmspringer am Samstagnachmittag pausieren, denn die Anzeigentafel zeigte eine Windgeschwindigkeit, bei der das Springen zu gefährlich gewesen wäre. Schiedsrichter Günter Berendt tröstete Michael Aunkofer und Peter Huber, die beiden Bad Abbacher Veranstalter der „Interziel“. Um 17 Uhr würde sich die Wetterlage beruhigen. Dem war dann auch so und die Teams aus fünf Nationen konnten wieder aus tausend Metern Höhe jenen zwei Zentimeter kleinen Punkt ins Visier nehmen, den es bei dem Sprung zu treffen galt. Wie gut ihnen das gelang, verkündete gleich nach der Landung Schiedsrichter Berendt: Charly 03, Bravo 16 oder Alpha 05 hieß es da. Alpha, Bravo, Charly, Delta – so waren die Springer eines Teams durchnummeriert und die kleine Zahl am Ende entschied darüber, wie genau der Sprung war. Pech, wenn es eine 16 war, denn das bedeutete, dass der Springer völlig außerhalb des Zielkorridors gelandet war. 03 dagegen stellte die Damen oder Herren Fallschirmspringer meist zufrieden, denn dann waren sie nur drei Zentimeter vom anvisierten Punkt abgewichen. Und wenn der Sprung perfekt gelungen war ertönte eine Sirene und verkündete eine saubere, glatte Null. Etwas weiter unterhalb waren die Ballonfahrer gegen Abend in Position gegangen. Können sie starten oder nicht, das war die Frage. Auch für sie war der Wind zu heftig. Zu lange durften sie aber mit dem Start auch nicht warten, denn sonst würde es während der Fahrt dunkel werden. Das Publikum wartete mit ihnen und plötzlich tat sich etwas. Ballonhüllen wurden entrollt, Gebläse in Position gebracht und eine Kugel nach der anderen begann sich zu füllen. Zum Schluss heizte der Gasbrenner den Ballons noch ordentlich ein. Sie richteten sich langsam auf, schwankten im Wind, neigten sich zueinander und gaben ein farbenprächtiges Bild ab für all diejenigen, die dann nicht Richtung Himmel abhoben. Nach Einbruch der Dunkelheit sollten die riesigen Luftballone wieder zurück sein und zum Glühen gebracht werden. Aber der Wind speckte das Ereignis ein wenig ab, denn er war wieder aufgefrischt. Und so wurde schließlich ein Sportballon herbei geschafft, der offensichtlich ein bisschen mehr Gebläse vom Himmel vertrug. Dottergelb erleuchtet ragte er in den Himmel und glühte bei jedem Stoß des Gasbrenners erneut auf. Ein schöner Abschluss für die Montgolfiade.