Theater satt im Innerort

18. August 2010

Es war ein bunter Theatertag, den das Ensemble des Danu-Busses den Bad Abbachern bei freiem Eintritt bescherte. Rund 300 große und kleine Zuschauer nahmen die Gelegenheit wahr, eine oder mehrere der drei Vorstellungen des Akademietheaters Ulm zu besuchen. Jede für sich war sehenswert und der Innerort gab als Theatersaal eine stimmige Kulisse ab.

Bei der ersten Vorstellung kamen die ganz kleinen Besucher zu ihrem Recht. Mit offenen Mündern beobachteten sie die Suche eines Phantasietierchens nach seiner Identität und begleiteten das kleine Ich bin Ich durch viele Abenteuer. Die hohe Kunst der Pantomime stand am Nachmittag auf dem Programm. Schnell gelang es den Darstellern das Publikum in ihr Spiel mit einzubeziehen. Viele Hände streckten sich den schwarz-weißen Damen entgegen, um sie aus vermeintlich reißenden Fluten zu retten und selbst die jüngsten Zuschauer lauschten andächtig dem Klang des Meeresrauschens als ihnen eine imaginierte Muschel an das Ohr gehalten wurde. Und für alle, die am liebsten die ganze Zeit schon mit ins Bild gesprungen wären, gab es noch eine kleine Übung in pantomimischen Bewegungen, bevor ein paar Putzteufel in übergroßen Masken das Publikum auf die Bänke scheuchte, um den Platz so richtig kehren zu können. Abends präsentierte das Ensemble dann großes Theater der schwungvollen Art. Mit Carlo Goldonis „Diener zweier Herren“ stand eine Verwechslungskomödie auf dem Programm. Wer das Stück nicht kannte, brauchte sicher einige Zeit, um nach dem temporeichen Beginn die Figuren zuordnen zu können und sich in dem gebotenen Sprachengewirr zurecht zu finden. Die Kunst der Schauspieler brachte den Zuschauern die Charaktere der Figuren jedoch sehr schnell und witzreich nahe und dass die Liebenden sich am Ende bekommen, daran bestand sowieso kein Zweifel. Aus dem Venedig des 18. Jahrhunderts übertrug die Schauspielertruppe das Stück in die Jetztzeit und erntete mit Bezügen zum 21. Jahrhundert wie dem Brusthaar rasierenden Edelmann viele Lacherfolge.